05.03.2020, 18:10
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Als ich nach L.A. kam, hatte ich kein Dach über dem Kopf. Ich bin monatelang obdachlos durch diese Stadt geirrt und ich habe mich trotzdem sofort in sie und die ganzen anderen verrückten Seelen verliebt, die hier genauso wie ich nach ihrem Glück suchen. Diese Stadt hat mich in die finstersten Ecken getrieben, die sie zu bieten hat und im nächsten Moment hat sie mich in die höchsten Höhen gehoben. Ich kann mir keinen anderen Ort vorstellen, an dem ich lieber in die Alkoholsucht verfallen und mein Leben anschließend wieder aus eigener Anstrengung zusammensetzen kann. Diese Stadt ist auf dem Schweiß und den Tränen von Leuten wie mir gebaut. Wir hoffnungslosen Träumer sind die Substanz, die einem in L.A. das Gefühl gibt, immerzu Teil von etwas Größerem zu sein.
Ob ich es denn mittlerweile gefunden habe, das Glück… das werde ich oft gefragt. Vor allem von meiner Ma. Ich sage dann immer: "Aber Mama, das ist doch das Schöne, darin liegt doch der eigentliche Zauber! Wir kommen niemals wirklich irgendwo an, aber das Glück liegt immer nur ein paar Schritte entfernt von uns. Heute ist die da vorne dran und morgen, ja, morgen vielleicht dann ich."
- Taliah Parks, Marylin Monroe-Impersonator auf dem Sunset Boulevard

Als ich vor gut einem Jahrzehnt hierher kam, konnte ich bereits auf ein Imperium in meiner Heimat zurückblicken. Sicher, mit einem Schreibtisch im Gepäck, der mehr kostet als das Durchschnittsgehalt eines Bewohners dieser Stadt, hat man es leicht. Der Name Ashwood hatte schon seinen festen Platz und dennoch ist der "Umzug" hierher, an diesen Ort, an dem Glück und Scheitern wie sonst nirgends zu einem wahren Pulverfass der Verheißungen verschmelzen, selbst für uns etwas Neues gewesen. Böse Zungen behaupteten gern, ich passe nicht hierher, mit meiner englischen Borniertheit, mit meiner Selbstverständlichkeit in kürzester Zeit von einem europäischen Erfolgsimport zu einem der großen Studiobosse zu werden. Ich hätte allen hier in meiner unstillbaren Gier die Talente abgezogen und wenn man nicht auf mich aufpasste, würde ich mir noch halb Hollywood einverleiben und den guten alten amerikanischen Traum zum Dessert verspeisen.
Aber wenn man - und das habe ich so auch schon immer meinen Kindern gesagt - nach dem Prinzip lebt, mehr hinterlassen zu wollen, als ein bloßes "Hätte ich mal..", muss man in Maßstäben denken und handeln, die den einen zu große Angst einjagen und die in wiederum anderen nichts weiter als Neid und Missgunst hervorrufen.
Charles Ashwood, CEO von Ashwood Productions



Gods & Monsters
City of Angels* | living in the garden of evil
*fictional Hollywood, Los Angeles, CA.



Ganz ehrlich? Ich frage mich manchmal auch, was mich eigentlich geritten hat. Damals vor ein paar Jahren, als ich dachte ich könnte hier mit meinen Freunden was reißen. Meine Freunde sind weitergezogen, haben geheiratet, Kinder bekommen oder haben halbwegs Erfolg mit ihrem verkackten Podcast. Wer zur Hölle schafft es heutzutage noch mit einem Podcast?
Ich arbeite beim Film. Ich schäme mich etwas dafür, den Standardsatz der ganzen anderen Idioten jetzt auch in meinem Tinder Profil stehen zu haben und ihn auf Dates mit einem vielsagenden Schluck aus meinem wässrigen Drink zu droppen, als würde das in dieser Stadt irgendwie Eindruck schinden. Ich arbeite beim Film, aber meine Hauptaufgabe besteht darin, verzogene Kinderschauspieler von A nach B zu bringen und in der Zwischenzeit darauf aufzupassen, dass sie sich wie halbwegs anständige Menschen benehmen. Wenn ich nach Hause komme, würde ich mich am Liebsten in meinen Kleiderschrank legen und heulen. Und trotzdem lebe ich noch immer hier. Weil diese Stadt es schafft, einem ein weirdes Stockholm-Syndrom zu verpassen.
Carlos Castaneda, Child-Wrangler

Ich bin in L.A. geboren worden. Meine Eltern sind beide Schauspieler und ich habe den Großteil meiner Kindheit entweder an ihren oder (als ich dann alt genug war, selbst zu spielen) an meinen Sets verbracht. Ich bin beim Film aufgewachsen, Filme waren meine erste große Liebe, ich bin praktisch mit Hollywood verheiratet. Was gleichzeitig heißt, dass ich durchaus auch die hässlichen Seiten kenne. Gerade als Schauspielerin bleiben die einem nicht erspart. Ja, ich habe es schon geschafft, bevor ich es überhaupt versuchen konnte. Ich würde mit dem goldenen Löffel im Mund geboren und kann mir meine Projekte nun ganz bequem selbst aussuchen. Ich habe aber nicht vor, es mir in meinem Status bequem zu machen. Ich möchte für diejenigen da sein, deren Startbedingungen in dieser Industrie nicht so leicht sind wie für mich. Aus dem Grund habe ich die Brooks Foundation gegründet, die sich für Opfer sexueller Gewalt und strukturellen Machtmissbrauchs einsetzt. Das sind die Dinge, nach denen ich in Interviews gefragt werden möchte. Und nicht, welche Diät ich für meine letzte Rolle gemacht habe.
Destiny Brooks, Schauspielerin, Model, Filmproduzentin

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